Frauen – Bücher – Highlights 2018

Kerstin Herbert hat in ihrem Blog zu einer interessanten Blogparade aufgerufen, an der ich mich gerne beteilige. Mit „diesem Jahr“ ist darin das Jahr 2018 gemeint 😉

  • Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Ich hatte 2018 einen Vorsatz, nämlich, ausschließlich Bücher von Frauen zu lesen. Frauen brauchen einfach mehr Leser*innen! Zwei oder drei Mal habe ich heimlich eine Ausnahme gemacht, aber „rezensiert“ (naja, eher in meinem Blog etwas darüber mitgeteilt) habe ich tatsächlich 100% Literatur weiblicher Urheber*innenschaft. Ich habe dafür mehr recherchieren müssen, aber wurde oft mit so tollen Entdeckungen belohnt, dass ich das weiter so halten werde. Auch 2019 werden hier ausschließlich Frauen promotet.

  • Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight? (Warum?)

Wenn ich schummeln darf, fällt mir als erstes „Die Kieferninseln“ von Marion Poschmann ein. Das hab ich allerdings schon in den letzten Tagen von 2017 gelesen – und zwar in einer ziemlich durchwachten Nacht im Krankenhaus, frisch operiert, mit ständig seufzenden und stöhnenden Mitpatientinnen im Zimmer. „Die Kieferninseln“ haben mich gerettet, und ich musste trotz all dem immer mal wieder lachen – ein echtes Highlight!

Wenn ich nicht schummeln darf, wird es sehr schwer, denn ich hab 2018 einige Bücher sehr genossen, jeweils zu ihrer Zeit. Ich liebe ja Blicke über den Tellerrand, und als solches fand ich Noemie Schneider „Das wissen wir schon“ ziemlich klasse. Der Tellerrand in diesem Fall: meine eigene Generation. Erhellend, die mal aus einer anderen Perspektive anschauen zu können!

In der Kategorie „Skurril und hintergründig“ fand ich unter allem, was ich 2018 gelesen habe, eindeutig Gianna Molinari am besten.

Sachbuch: Cindy Engel „Wild Health – Gesundheit aus der Wildnis“, ein sehr gut geschriebenes Buch über die Beobachtung von Selbstmediktion bei Tieren, dem ich allerdings bislang noch keinen Blogbeitrag gewidmet habe.

Und meinen persönlichen Krimipreis vergebe ich zu gleichen Teilen an Zoe Beck „Die Lieferantin“ und an Katherine V. Forrest „Wüstenfeuer“.

  • Welche  weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)

Hier möchte ich zwei Bücher nennen: Jacqueline Woodsons „Ein anderes Brooklyn“ und Deborah Ellis‘ „Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich“. Eigentlich beides eher Coming-of-Age-Geschichten, aber mal ehrlich: ist das nicht der Grundbaustein und das Interessanteste an jeder Biographie?

Jacqueline Woodson erzählt, wie es war, in den 1970er Jahren als Schwarze Frau in Brooklyn groß zu werden – inmitten von Drogen, Armut, Rassismus, Sexismus und Gewalt. Wer verstehen will, wozu in so einer Welt eine möglichst große Bandbreite starker weiblicher Role Models und Identifikationsfiguren gut ist, bekommt mit der Lektüre von „Ein anders Brooklyn“ eine gute Vorstellung.

Deborah Ellis arbeitet in Toronto als Psychotherapeutin und engagiert sich unter anderem für geflüchtete Frauen. In „Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich“ erzählt sie die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer jungen Iranerin, die sich in eine Mitschülerin verliebt. Es ist zugleich Liebesgeschichte, Dokumentation gesellschaftlicher Verhältnisse im Iran und Pamphlet gegen die Verfolgung und Unterdrückung von Homosexualität. Einen besonderen Eindruck hat dieses Buch in mir hinterlassen, weil die Protagonistin uns einen nicht christlich und weiß, sondern islamisch geprägten Blick auf das Leben im heutigen Iran und seine Schattenseiten ermöglicht.

  • Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?

Mein eigenes 😉

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. 👍 ich will auch sehr sehr gerne in 2019 dein Buch lesen! Go for it. Bzw. write for it. 👍

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Ruth,

    ich freue mich sehr, dass Du Dich an meiner Blogparade beteiligst.
    Auch weil Du Dich auch entschieden hast, ausschließlich Bücher von Autorinnen vorzustellen. Dass Du sogar nur Bücher von Frauen gelesen hast bzw. liest, beeindruckt mich sehr. Ich lese nach wie vor beides. (Da will ich mich nicht künstlich beschränken.) Auf dem Blog rezensiere ich aber nur die von Autorinnen.
    Nur „weibliche“ Bücher zu lesen, stelle ich mir interessant, aber anstrengend vor. Vielleicht mache ich das doch irgendwann einmal. Für dieses Jahr habe ich mir eine „Frauenquote“ von 75% vorgenommen. Mal schauen, ob das klappt.

    Viele Grüße.
    Kerstin

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    1. Liebe Kerstin,
      ich bin auch sehr froh, eine andere „Frauenleserin“ gefunden zu haben. Freue mich schon auf deine kommenden Beiträge, denn genau das ist – für mich zumindest – das anstrengendste daran: das Finden all der lesenswerten Autorinnen und ihrer Werke. Dabei ist es zwar so, dass inzwischen auch mehr Frauen auf Bestenlisten und Büchertischen auftauchen, aber deren Themen sind oft eingeschränkt auf mit dem immer noch männlich (und bürgerlich) dominierten Literaturbetrieb kompatible. So schien es mir zumindest, als ich mich anfangs auf diese Bücher gestürzt habe. Zum Glück gibt es aber auch noch eine Welt jenseits davon – kleinere Verlage, Frauenbuchläden, Kulturmagazine jenseits des Mainstreams etc…
      Naja, großes Thema, das eines Tages auch mal einen eigenen Blogbeitrag verdient hat.
      Alles Gute für dich – und auf viel gegenseitige Inspiration!
      Ruth

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